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Lippische Landeszeitung berichtet über Druck der Wahlbenachrichtigungen in Lemgo

Eineinhalb Millionen Wahlbenachrichtigungen haben Lemgo binnen weniger Tage verlassen. 


(Quelle: Lippische Landeszeitung, 26.08.2021)

Kreis Lippe/Lemgo. Eineinhalb Millionen Wahlbenachrichtigungen drucken, falten, eintüten, verschicken – und dabei möglichst keinen Fehler machen: Diesen Kraftakt hat das Druck- und Kuvertierzentrum der OWL-IT von Kommunalem Rechenzentrum (krz) und GKD (Gemeinschaft für Kommunikationstechnik, Informations- und Datenverarbeitung) gewuppt. Binnen weniger Tage hat so inzwischen jeder Wahlberechtigte in den Kreisen Lippe, Herford, Minden-Lübbecke sowie in Teilen von Niedersachsen, Paderborn und Höxter seine Wahlbenachrichtigung bekommen. Aus Lemgo.

Dabei sitzt den Druck-Experten aus der Schlossscheune in Lemgo-Brake die Zeit im Nacken. Vom Bundeswahlleiter gesetzte Fristen sind unbedingt einzuhalten, damit die Wahl Gültigkeit hat. „Allerdings ist die Bundestagswahl verglichen mit anderen Terminen eine einfache Sache“, sagt Jan Tümce, Leiter des Druck- und Kuvertierzentrums. Tümce führt den größten Druckbereich eines kommunalen ITDienstleister in NRW mit insgesamt 500 Kunden aus der gesamten Bundesrepublik, für die jährlich mehr als 30 Millionen Seiten gedruckt und knapp acht Millionen Briefe kuvertiert werden.

Die Bundestagswahl eine vergleichsweise einfache Sache? Ja, ansonsten liegen gerne schon mal mehrere Wahltermine auf einem Sonntag. Dann müssen die Lemgoer unterschiedliche Informationen auf eine Wahlbenachrichtigung drucken, etwa wenn unterschiedliche Altersgrenzen bestehen.

Der 26. September dagegen bedeutet klipp und klar: eine Benachrichtigung, ein Zettel, ein Formular. Und zwar gefaltet auf Standardbrief-Größe von der meterlangen Kuvertiermaschine, die mit lediglich wenigen Handgriffen bis zu 27.000 Anschreiben pro Stunde in zugeklebte und frankierte Briefe verwandelt. So ist es den Lemgoern im Zwei-Schicht-Betrieb gelungen, den Riesenstapel Wahlbenachrichtigungen am Ende sogar vier Tage schneller als geplant unters Volk zu bringen.

Unvorstellbar, dass dafür früher in den Stadtverwaltungen noch alle in Handarbeit mit anpacken mussten. Am Anfang standen und stehen laut Jan Tümce stets die Daten der Einwohnermeldeämter, die in eine Wahlliste umgewandelt werden. Das Standardgeschäft, etwa Gebührenbescheide oder Strafzettel, laufe nebenbei natürlich weiter – wenn auch mit angezogener Handbremse, erklärt Tümce, der das Druckzentrum seit Juli leitet. Neu ist das Geschäft für ihn nicht, er begann beim Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe schon 2014 in der Produktionssteuerung.

Apropos Handarbeit: Die ist heute tatsächlich nur noch an einigen Stellen gefragt. Etwa dann, wenn die Kuvertierstraße nach einem Stopp neu anläuft. „Dann werden die ersten Briefe zur Kontrolle extra ausgeworfen“, weiß Tümce. Dann müssen die Kollegen nachwiegen, ob es die Briefe auch nur auf die festgesetzten neun Gramm bringen oder ob versehentlich zwei Benachrichtigungen in einem einzigen Umschlag eingetütet worden sind. Die kompletten Systeme hat das Druck- und Kuvertierzentrum im Vorfeld des Wahldrucks übrigens eigens warten lassen, betont der krz-Geschäftsleiter Lars Hoppmann. Die Einlagerung von Verbrauchsmaterialien wie Papier und Kuverts? Ehrensache!

Für den Postboten vorsortiert, kommen die Wahlbenachrichtigungen in die typischen gelben Transportboxen. „Porto-Optimierung“ nennt Jan Tümce den Service, den der frühere Monopolist und Staatskonzern mit einem deutlichen Nachlass auf das Standardporto von 80 Cent zurückzahlt. So geht es in großen Rollcontainern über die Laderampe direkt in die Wagen der Post, weiter ins Verteilzentrum nach Herford und am Ende in die einzelnen Postbezirke, Stadtviertel und Straßen.

Auch in den Versandzentren der Post war und ist man laut Postsprecher Rainer Ernzer im „Wahlfieber“. Er verweist auf den hiesigen Niederlassungsleiter Gert Hornig, der versichert: „Wir haben uns intensiv vorbereitet. Unsere Sortierzentren laufen auf Hochtouren. Unsere Mitarbeiter sind geschult, Wahlbenachrichtigungen, Wahlbriefunterlagen und Wahlbriefe pünktlich und zuverlässig zuzustellen.“ Für eine mögliche Briefwahl (siehe unten) empfiehlt die Post übrigens, den Wahlbrief spätestens drei Werktage vor der Wahl in einen Briefkasten einzuwerfen.
Autor: tbrand@lz.de, Tel. (05261) 9466-11

Druck Andreas Ollenburg
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Andreas Ollenburg


Andreas Ollenburg
© krz

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